Trauergottesdienst und Bestattung

Vorbereitungen für die Trauerfeier

 

Der Sterbefall ist bei einem Standesamt anzuzeigen, dort wird die Sterbeurkunde ausgestellt. In der Regel wird ein Bestattungsunternehmen nach Wahl beigezogen. Das zuständige Pfarramt ist zu benachrichtigen. Ein Gespräch mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer wird vereinbart, um die Trauerfeier vorzubereiten. Mit Friedhofs-verwaltung und Bestattungsunternehmen werden Termin und Art der Bestattung festgelegt und der Grabplatz gewählt. Die kirchliche Bestattung ist Gottesdienst der Gemeinde. Sie kann in der Regel nur Angehörigen der evangelischen Kirche gewährt werden. Näheres dazu unten > Bestattung Ausgetretener

 

 

Das Gespräch
Rechtzeitig vor der Bestattung wird Ihr Pfarrer mit Ihnen ein persönliches Gespräch führen. Dabei können Sie über alles sprechen, was Sie bewegt und dabei Trost finden. Erzählen Sie dem Pfarrer aus dem Leben des/der Verstorbenen. Sie helfen damit, den Trauer-gottesdienst persönlich zu gestalten. Vielleicht wissen Sie ein Bibelwort, das dem/der Toten wichtig war. Dies kann Grundlage für die Ansprache sein. Manchmal kann es hilfreich sein, sich an der Trauerfeier aktiv zu beteiligen, z.B. mit einer Lesung oder einem Gebet.

 

Die Musik
Musik setzt viele Gefühle in Bewegung. Wählen Sie sorgfältig die richtige Musik zur Trauerfeier aus. Ihre Pfarrerin/Ihr Pfarrer unterstützt Sie dabei gerne. Auf jedem Friedhof sind Musiker tätig. Auch die Einspielung von CD oder Cassette ist möglich.

 

 

Die Trauerfeier

Durch städtische Vorgaben ist die Zeit in der Friedhofshalle leider sehr beschränkt. Am Grab selbst besteht aber keine Zeitnot. Bei einer Erdbestattung sind etwa zehn Minuten, bei einer Feuerbestattung dreißig Minuten im Gebäude möglich. Sie können aber über Ihr Institut gegen Gebühr auch zusätzliche Zeiten bestellen.

In der Regel beginnt die Trauerfeier in der Halle. Wird der Sarg hineingebracht, erhebt sich die Gemeinde und bleibt bis zum Ende des ersten Musikstückes stehen. Der Gottesdienst ist von der Unausweich-lichkeit des Todes geprägt. Deshalb ist Raum für Trauer und Klage über den erlittenen Verlust. In Schriftlesung und Predigt wird die bergende Liebe Gottes bezeugt. Die Gewissheit der Auferstehung steht daneben als Hoffnung gegen alle Sterbe- und Todeserfahrungen. Das Leben des/der Verstorbenen kommt  angemessen  zur Sprache. Die Gemeinde begleitet ihre Toten und deren Angehörige mit Gebeten und Liedern.

 Bei einer Erdbestattung

Nach dem Teil in der Trauerhalle gibt die Trauergemeinde der/dem Verstorbenen das letzte Geleit. Die engsten Angehörigen bilden die Spitze des Zuges. Am Grab wird der Sarg in die Erde gelassen. Für viele ist das der schwerste Augenblick der Beerdigung. Doch wie ein Same neues Lebens hervorbringt, kann das Einsenken des Sarges in die Erde ein Bild für die Gewissheit neuen Lebens sein.
Es folgt die Traueransprache, in der Regel als Auslegung eines Bibelworts. 

Danach spricht die Pfarrerin/der Pfarrer: "Der Herr über Leben und Tod hat unsere Schwester/unseren Bruder in Christus aus diesem Leben abgerufen. Von Erde bist du genommen, zu Erde sollst du werden. Gott vollende an dir, was er dir in der Taufe geschenkt hat, und gebe dir Teil an seiner Herrlichkeit. Friede sei mit dir von Gott, dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste."

Bei diesen Worten ist es üblich, dreimal Erde auf den Sarg zu werfen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass wir wieder zu Erde werden und ein Hinweis darauf, dass wir einst in Gottes Herrlichkeit auferstehen. Darauf folgt eine biblische Lesung, die den Glauben an die Auferstehung der Toten bezeugt und auf Gottes neue Schöpfung hinweist. Die Bestattung schließt mit Fürbitten und dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser sowie dem Zuspruch des Segens.

Den dreimaligen Erdwurf als Symbol der Vergänglichkeit und der Hoffnung auf die Auferstehung nehmen die Trauergäste am Ende der Bestattung auf. Auch Blumen als Liebeszeichen können ins Grab geworfen werden. Einem Moment der Stille und des persönlichen Abschieds ist diese letzte Geste am Grab gewidmet.

Freunde und Gäste der Trauerfeier möchten Ihnen anschließend ein Zeichen oder Worte der Anteilnahme geben. Sie wollen zeigen: Du bist nicht allein!

   

 

Bei einer Feuerbestattung

Die Trauerfeier bei einer Feuerbestattung findet nur in der Friedhofshalle statt.
Sie entspricht in den Elementen Musik, Gebet, Ansprache, Lesung der Beerdigung.
Nach dem Segenswort erhebt sich die Gemeinde zu einem stillen Gedenken. Dabei besteht die Möglichkeit, an den Sarg zu treten und eine Blume niederzulegen.

Urnenbeisetzung

Für die spätere Urnenbeisetzung kann die Begleitung einer Pfarrerin bzw. eines Pfarrers in Anspruch genommen werden. Wenn vor der Einäscherung bereits ein Gottesdienst oder eine kirchliche Trauerfeier stattgefunden hat, kann die Urnenbeisetzung auch von einem Gemeindemitglied vollzogen werden.
Texte hierfür finden Sie im Evangelischen Gesangbuch.

 

 

Gebühren und Spenden

Ihre Kirchengemeinde erhebt für die Trauerfeier keine Gebühren. Der Betrag „für die Kirche“ in der Rechnung des Institutes ist für die Kreuzträger und den kirchlichen Sachbedarf des Dekanats bestimmt. Wenn Sie Ihrer Gemeinde etwas spenden wollen, können Sie den Zweck im Sinn des/der Verstorbenen festlegen.

 

 

Bestattung Ausgetretener

Die Entscheidung eines Menschen, der Kirche nicht angehören zu wollen, muss auch im Tod ernst genommen werden. Daher werden Ausgetretene in der Regel nicht kirchlich bestattet. Haben Verstorbene, die nicht Mitglied der Kirche waren, ausdrücklich eine kirchliche Bestattung gewünscht, können sie nach Rücksprache mit dem Gemeindepfarrer/in bestattet werden. Ist eine kirchliche Bestattung nicht möglich, kann eine andere Form der kirchlichen Begleitung gefunden werden.

Hat sich ein Mensch selbst das Leben genommen, dann ist der Trost, den eine kirchliche Bestattung geben kann, besonders notwendig und hilfreich.
Ungetaufte Kinder evangelischer Eltern, frühverstorbene Kinder und Totgeborene haben ein Anrecht darauf, kirchlich bestattet zu werden.

 

 

zurück zum Seitenanfang